Einführung in die Waldpädagogik
- Anna Varga
- 7. Aug. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Aug. 2023
In diesem Abschnitt unseres Blogs findest du allgemeine Informationen zur Waldpädagogik, Viel Spaß! Und Kleiner Tipp: achte auf Egeria, denn sie wird dich hier ebenfalls begleiten.
Was ist die Waldpädagogik?
Eine genaue Definition zum Thema Waldpädagogik zu finden ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht. Denn die Waldpädagogik in Baden- Württemberg umfasst viele Akteure und setzt sich somit aus vielen unterschiedlichen Zielen, Formen und Methoden zusammen. Übergeordnet kann gesagt werden, dass die Waldpädagogik ein pädagogischer Ansatz ist, der sich darauf bezieht Kindern und Erwachsenen das Verständnis für den Wald und seine ökologischen Zusammenhänge zu vermitteln. Die Waldpädagogik wird aus mehreren Elementen der Bereiche Umweltbildung und Erlebnispädagogik zusammengesetzt (Haus des Waldes.de).
Die Waldpädagogik kann in zwei Varianten erfolgen. Während bei der klassischen Variante der Waldpädagogik, die aus einer Waldführung mit einem ausgebildeten Förster besteht, eher die reine Naturerfahrung im Fokus steht, geht es bei der modernen Waldpädagogik um die Verbindung des pädagogischen Schwerpunkts mit der zu sammelnden Naturerfahrung.

Diese Art der Waldpädagogik kann vielseitig umgesetzt werden- beispielsweise mit Lehrkraft und Förster Tandems oder ausgebildeten Waldpädagogen.
Um eine Verbindung zum Wald herzustellen gibt es unterschiedliche Methoden und Aktivitäten. Hierzu gehören Waldspiele wie das Bauen eines Waldsofas, auf dem Bild zu erkennen, Naturbeobachtungen, Pflanzen-und Tierbestimmungen, das Waldhandwerk und ökologische Projekte.
Durch diese praktischen Erfahrungen soll das Wissen über den Wald vertieft und mit der Lebenswelt verknüpft werden.
Die Waldpädagogik kann in jeder Altersklasse eingesetzt werden,
hierbei spielt es keine Rolle ob an Kindergärten, Grundschulen, der Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe oder sogar an Berufsschulen, wie beispielsweise der Erzieherfachschule am Römerhügel hier in Ludwigsburg. Auch die sonderpädagogischen Einrichtungen profitieren von der Umsetzung der Waldpädagogik. Neben schulischen Angeboten im Sach- oder Biologieunterricht mit Exkursion in den Wald gehören auch außerschulische Angebote in die Waldpädagogik. Der Waldkindergarten oder die Waldschule sind zwei Beispiele hierfür.
Das Haus der kleinen Forscher, ein Projekt der Stiftung Kinder forschen in Stuttgart, bietet regelmäßig geführte Exkursionen in den Wald an- hierfür gibt es keine Altersbeschränkung. Eine der beliebtesten Exkursionen hier in der Umgebung ist der Exkursionstag nach Backnang in den Wald. Hier gibt es einmal im Jahr den Eltern-Kind-Tag, dieser Tag wird von den Auszubildenden der Fachschule Sozialpädagogik im Rahmen der Erzieherausbildung in Kooperation mit Frau Narciß von der Stiftung Kinder forschen organisiert und durchgeführt.

Unter einem Motto, welches jedes Jahr wechselt, erstellen die Auszubildenden verschiedene Stationen, um den Wald und seine Mitbewohner besser kennenzulernen.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Waldpädagogik dazu beitragen soll, jedem Menschen, in jedem Alter eine enge Verbindung zur Natur, dem Wald und seinen Mitbewohnern zu ermöglichen. Sie sollen den Wald als Lebensraum erleben und verstehen und sich ein Bewusstsein für den Wald aneignen (Stiftung Kinder Forschen.de)


Die Entwicklung der Waldpädagogik
Der Ursprung der Waldpädagogik ist auf die Naturerlebnisschulen im frühen 20. Jahrhundert zurückzuführen. In diesen Schulen fand der Unterricht zunehmend im Freien statt. Hierdurch hatten Schüler*innen die Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben und zu erkunden. Weiterentwickelt wurde die Waldpädagogik in den 1960er Jahren. Immer mehr Schulen nahmen den Unterricht im Wald mit in ihren Lehrplan auf. Es wurden Waldkindergärten und Waldschulen (siehe Bild, Waldschule in Graz) eingerichtet, die den Wald als Lernort nutzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Waldpädagogik weiter und es entstanden unterschiedliche Ansätze.

Ein wichtiger Aspekt der Waldpädagogik ist die ganzheitliche Bildung, die nicht nur Wissen über den Wald vermittelt, sondern auch das Erleben, Erkunden und Gestalten im Wald in den Mittelpunkt stellt. Die Waldpädagogik ist fächerübergreifend und verknüpft Biologie, Geographie, Ökologie und Umweltpädagogik miteinander.
Eine weitere wichtige Entwicklung in der Waldpädagogik ist die Anerkennung des

Waldes als Lernort und der Einsatz erlebnisorientierter und handlungsorientierter Ansätze. Statt trockener Theorie tragen die Schüler*innen zu ihren eigenen Erfahrungen und Entdeckungen im Wald bei, indem sie konkrete Aufgaben und Experimente durchführen, statt sich im Klassenzimmer die theoretischen Prozesse mit Hilfe von Arbeitsblättern und Ähnlichem anzueignen. Durch das direkte Erleben der Natur erlangen Schüler*innen ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Sie lernen ganzheitlich und spielerisch durch die Hintertür ( siehe Abbildung links).
Auch in der außerschulischen Bildungsarbeit hat die Waldpädagogik ihren sicheren Platz. Es gibt Waldbildungszentren und Umweltbildungsinstitute mit speziellen Programmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Hier können sie sich in Natur- und Waldprojekten engagieren, ihr Bewusstsein für den Naturschutz schärfen und sie zum Respekt gegenüber der Umwelt anregen.
Insgesamt hat die Waldpädagogik in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Umweltbildung und hilft Kindern und Erwachsenen, ein Gefühl für die Natur zu entwickeln. Durch das Erleben der Natur direkt im Wald erlangen sie ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge und übernehmen Verantwortung für die Umwelt (Erfolgsgeschichte-waldpaedagogik.pdf ).



Kommentare